Munich Havdalah

PERFORMANCE I

PERFORMANCE II

PERFORMANCE III

DAUER
68 Minuten

WERKE
Erwin Schulhoff: Concertino für Flöte, Bratsche und Kontrabass, 2. und 3. Satz
Kurt Weill: Youkali

VIDEOSTREAM
seit 6. November 2021

PRODUKTION
ID Festival

KOPRODUKTION
HIDALGO

BESETZUNG
KÜNSTLERISCHE LEITUNG
Micki Weinberg – SHIUR
Tom Wilmersdörffer – HIDALGO

MEZZOSOPRAN
Corinna Scheurle

ENSEMBLE UNO
Yushan Li – Leitung, Viola
Ronja Macholdt – Querflöte
Melis Çom – Harfe
Simon Wallinger – Kontrabass

GLYPTOTHEK
Gregor Lindermayr

SHIUR 1700 – Munich Havdalah

Jüdische Rituale treffen auf dionysische Ekstase und heutige Weltflucht-Erfahrungen: Das Videoprojekt „SHIUR 1700 – Munich Havdalah“ interpretiert in der Münchner Glyptothek die Hawdala-Zeremonie, das Ende des Schabbat-Feiertags.

In Performances und einer Diskussion setzen sich jüdische und nicht-jüdische Künstler*innen gemeinsam mit dem Ritus und den Werten dahinter auseinander: Freiheit, Rausch und Utopie – mit antiken Statuen, Bierpong-Spielen und Musik von Erwin Schulhoff und Kurt Weill.

Das Video ist Teil der digitalen Veranstaltungsreihe SHIUR 1700. Produziert wird es vom Berliner ID Festival in Koproduktion mit dem HIDALGO.

KOMPLETTES VIDEO

Eine Trennung, die verbindet

Wer im Club feiert oder ein Musikfestival besucht, möchte oft, dass es nie zu Ende geht: die Nacht, die Ekstase, das Aus-der-Welt-Sein. Dieses Gefühl ist es, worum es bei „SHIUR 1700 – Munich Havdalah“ geht. Ausgangspunkt des Videoprojekts ist das Ritual Hawdala (englisch: Havdalah), mit dem der jüdische Feiertag Schabbat schließt, an dem traditionelle Juden jeden Samstag bewusst eine Ruhepause einlegen.

Der Schabbat ist ein Rückzug aus der Normalität, er bedeutet einen Vorgeschmack auf eine Utopie. Er endet am Samstagabend nach dem Erscheinen der ersten Sterne mit der Hawdala-Zeremonie. Sie ist der Versuch, das Heilige in den normalen Alltag mitzunehmen. Anders ausgedrückt: der Versuch, ein Stück der Clubnacht oder der Festivalekstase unter der Woche zu bewahren.

Künstlerische Begegnung statt exotisierender Voyeurismus

Zwischen den griechischen und römischen Statuen der Münchner Glyptothek interpretiert „SHIUR 1700 – Munich Havdalah“ das jüdische Schabbat-Schlussritual – durch die Begegnung mit antiker Mythologie und zeitgenössischer Ästhetik. Dabei soll nicht voyeuristisch auf ein „exotisches“ Ritual geschaut und darüber aufgeklärt werden.

Die Zuschauer*innen sehen deshalb nicht, wie Wein, Gewürze und Licht gesegnet werden. Vielmehr erleben sie eine Interpretation der Werte und Themen, die hinter Hawdalah stehen: Freiheit, Ekstase und Weltflucht.

Musikperformance über die Rausch und flüchtige Momente

Unter der Künstlerischen Leitung von Micki Weinberg und Tom Wilmersdörffer entsteht so mit der Mezzosopranistin Corinna Scheurle und dem Ensemble UNO eine inszenierte Musikperformance mit Redebeiträgen. Drei Musikvideos mit Werken der deutsch-jüdischen Komponisten Erwin Schulhoff und Kurt Weill zeigen anhand verschiedener Szenen in den Räumen der Glyptothek die Ekstase und was ihr folgt: Degeneration, Regeneration und vielleicht eine Synthese.

Eine Szene aus dem Videoprojekt "Munich Havdalah", eine Produktion des ID Festival in Koproduktion des HIDALGO
Credit: ID Festival

In zwei Gesprächsrunden (in englischer Sprache) werden die Themen und Werte hinter dem jüdischen Ritus erklärt und kommentiert: Müssen diese flüchtigen Momente der Utopie und Ekstase enden, die wir in spirituellen Umgebungen, im Rausch, im Tanz und in der Musik erleben? Können wir sie in den normalen Alltag integrieren? Und wie?

Die Reihe im Festjahr „Jüdisches Leben in Deutschland“

SHIUR 1700 ist eine eigens für das Festjahr 2021 „Jüdisches Leben in Deutschland“ konzipierte digitale Veranstaltungsreihe des ID Festival Berlin. Als jüngste Innovation in der deutsch-jüdischen Begegnung verbindet SHIUR 1700 zeitgenössische Darbietungen der deutschen Kulturszene mit jüdischen Inhalten und Traditionen.

Rund um die jüdischen Feiertage entsteht so für jüdische und nicht-jüdische Zuschauer*innen die Möglichkeit einer ganzheitlichen, transformativen und unerwarteten Erfahrung. Künstlerisch wird es von SHIUR unter Micki Weinberg geleitet – das Berliner Projekt will den textbasierten Diskurs und andere jüdische Traditionen für das 21. Jahrhundert erneuern. Der HIDALGO ist als Koproduzent bei „SHIUR 1700 – Munich Havdalah“ beteiligt.

IMPRESSIONEN

PRODUKTION

Eine Produktion des ID Festivals in Koproduktion mit dem HIDALGO

Unter der Schirmherrschaft von Rüdiger Kruse

Gefördert durch #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland e.V. aus Mitteln das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

Mit freundlicher Unterstützung von Junction, einer Initiative des JDC Europe und Nevatim, einem Projekt der Jewish Agency for Israel.

Mitwirkende

Director – Micki Weinberg
Director – Tom Wilmersdörffer
Assistant Director – Maria Bolocan
Producer – Ewa Bienkowska
Associate Producer – Annika Hiller
Associate Producer – Elisabeth Pilhofer
Assistant Producer – Judith Paletta
Director of Photography – Marc Wilhelm
2nd Camera Operator – Florian Leuschner
Sound – Matthias von Schlippe
Sound – Josy Friebel
Editing – Kevin Kopacka
Creative Counsel – Samira Backhaus
Production Assistant – Christian Buchberger
Production Assistant – Stefan Schneidhuber
Production Assistant – Richard Deman
Production Assistant – Laura Tiffany Engels
Production Assistant – Marie Schmögner
Hair & Make Up – Fatima Vehabi