Fuck Up Night (digital)

Lieder ohne Gesang mit erfolgreichen Verlierer*innen

Programm
arrangierte Lieder aus Schuberts Winterreise
neue Kompositionen von Carolina Eyck
öffentliche Beichten von Erfolgs-Menschen

Besetzung
Carolina Eyck
– Theremin
Wigald Boning – Speaker
Sandra Forster (Blitz Club) – Speaker
Tohru Nakamura (Salon Rouge) – Speaker

Lukas Kaschube – Lichtdesign
Lotta Thoms – Bühnenbild
Josy Friebel – Video & Livestream
Tom Wilmersdörffer – Konzertdesign

Inhalt
Im vergangenen Herbst begannen wir zu scheitern – jetzt schließen wir mit einer letzten Performance unser Festival ab.

Wir verabschieden uns (bis zum nächsten Mal) körperlos mit einem Instrument, das niemand sieht. Mit Musik, die trotzdem berührt. Mit einem Spitzenkoch, einer Nachtleben-Königin und dem Comedian Wigald Boning, alle Erfolgsmenschen, die ungezählt scheiterten und bei uns öffentlich beichten.

Wir verbinden eine Fuck Up Night mit stimmlosen Kunstliedern und modernen Sound-Sphären. Um sie herum bauen wir Raum und Licht. Ob Gäste kommen können, wissen wir nicht. Aber wir sind gerüstet für den Livestream, auf denn!

 

Die gescheiterten Menschen

Das Scheitern ist in der Fuck Up Night kein Tabu, sondern Grundprinzip: Erfolgreiche Menschen erzählen von dem sonst Verborgenen: als sie Fehler machten, Niederlagen erfuhren und nicht mehr weiterwussten.

Ursprünglich kommt dieses Format aus Mexiko, mittlerweile kennt man es rund um die Welt, vor allem in der Start-Up-Kultur. Die Botschaft: Menschen scheitern, stehen danach wieder auf und lernen daraus. Nicht nur einmal, sondern immer wieder.

Auch unsere Gäste könnten davon ein Lied singen, was sie aber nicht tun werden, weil für die Musik ein Theremin gebucht ist. Stattdessen erzählen sie. Wie man Unternehmen und Bars gegen die Wand fährt. Wie nicht beeinflussbare Faktoren ihre Existenz bedrohten. Warum sie heute sind, was sie sind.

Wir freuen uns dazu unter anderem auf den Comedian Wigald Boning, die Clubbetreiberin Sandra Forster, heute eine der bekanntesten Gastronom* innen Münchens, und den Spitzenkoch Tohru Nakamura, der bis vor Corona ein Zwei-Sterne-Restaurant führte. Ihre Berichte sind Teil einer musikalischen Performance mit Raum und Video im Coworking-Space Impact Hub Munich.

 

Das gescheiterte Instrument

Stell dir eine Pianistin vor, die hochkonzentriert die zartesten, leisesten Töne aus den Tasten befreit. Einen Geiger, der sich wild in Ekstase spielt. Genauso kann es ausschauen, wenn Carolina Eyck auf dem Theremin loslegt, mit der kleinsten Fingerbewegung und dem größten Armschwung die Grenzen unseres Hörverständnisses sprengt. Nur, dass sie dabei nichts berührt als Luft.

Das Theremin ist ein wunderbar bizarres Instrument, weil man es nicht anfassen, nicht einmal wirklich sehen kann. Im Grunde besteht es lediglich aus zwei Antennen, eine liegt quer, eine steht senkrecht nach oben. Dazwischen: ein scheinbar leerer Raum, prall gefüllt mit elektronischen Schwingungen, die auf jede Handbewegung reagieren. Mit der rechten Hand steuern Spieler*innen die Tonhöhe, mit der linken die Lautstärke. Es sind fast unirdische Klänge, die so entstehen.

In den 1920ern wurde das Theremin als erstes elektronisches Musikinstrument erfunden. Als Masseninstrument ist es ziemlich gescheitert, dafür aber der Grundstein für alle Elektro-Musik, die heute in Clubs und auf Raves pulsiert.

Event Details
  • Start Date
    9. Mai 2021 18:00
  • End Date
    9. Mai 2021 19:00
  • Status
    Expired